Die Inszenierung DIE HUNDEGRENZE basiert auf der gleichnamigen Reportage von Marie-Luise Scherer, die erstmals in DER SPIEGEL 6/1994 erschien.

Sie handelt von dem Mischlingsrüden „Alf“ und dessen Verwendung als Wachhund an der innerdeutschen Grenze der DDR ab dem Jahr 1985. Neben dem Schicksal des Hundes widmet sich DIE HUNDEGRENZE auch den Züchtern, Soldaten und Grenzanwohnern, die dem Hund begegneten.

Im Text und in der Inszenierung geht um Grenzen und wie sie ihre Bewohner und Bewacher prägen. Im diesem Fall  das Grenzregime der DDR. Die Hunde sind das letzte Glied eines paranoiden Systems von Abschottung, Bedrohung und Überwachung. 
Sie erscheinen uns zugleich gefährlich und hilflos. In ihnen erkennen wir uns wieder. In ihrer Existenz an der Grenze wird Menschen-Gewalt spürbar, aber auch Menschen-Hoffnungslosigkeit. Gewalt und Hoffnungslosigkeit gehen mit jedem Grenzregime einher, sei es die Innerdeutsche Grenze, die mexikanisch-amerikanische Grenze oder die Außengrenze der Europäischen Union. 

 
DIE HUNDEGRENZE
von Marie-Luise Scherer
studio 44. e.V. & Theater Nordhausen
Premiere: Oktober 2017
Puppenbau: Peter Lutz
 Kostüme: Elisabeth Stolze-Bley 
Es spielen: Ronald Mernitz,
  Christian Fuchs
 

Es ging um die sogenannten Trassenhunde, um jene Vierbeiner, die einst die Grenze bewachten. Angekettet und isoliert waren sie dem Wetter ausgeliefert. Die emotionslose und klare Sprache, die die Reportage prägt, verdeutlicht die Unmenschlichkeit, das Fehlen jeglicher Empathie. Fuchs Vortrag und der Vortrag von Ronald Mernitz ist ebenso emotionslos und vor allem bürokratisch  kühl. Nur selten heben sie ihre Stimmen im Stakkato, um ein Detail zu betonen.
Gerade dieser Bürokraten-Sprech und Kasernenhofton sind es, die einem die Kehle zuschnüren. Sie machen dieses Stück so bedrückend. Fuchs gelingt es, die Perfektion, mit der die Westgrenze der DDR gesichert war, in all ihrer Perversität darzustellen. Dagegen ist das Bellen der Schau-spieler, wenn sie in die Rolle der Hunde verfallen, nervenzertrümmernd. Eine eindringliche Dar-stellung der tierischen Not.

Die Inszenierung ist einer der seltenen Glücksfälle in denen ein Thema ohne Verlust oder Verzerrung  das Genre und die Darstellungsform wechselt. Christian Georg Fuchs ist es gelungen, die kalte Atmosphäre der Reportage adäquat einzufangen und umzusetzen. Kaltschnäuzigkeit sozu-sagen.

Schon das Bühnenbild spricht eine eindeutige Sprache und die Sache ist klar, noch bevor die beiden Darsteller die Studiobühne betreten. Ein langer Tresen trennt Zuschauerraum von der Spielfläche. Oben auf dem Tresen werden mit den Mitteln des Modellbaus die Grenzanlagen simuliert. Selbst der härteste aller Kritiker versteht den Bau sofort, obwohl er lange nach dem Fall der Mauer geboren wurde.

Das optische Gruseln kann man noch steigern. Christian Fuchs und Ronald Mernitz werden hier  ein Modell jener Trassen installieren, an denen Tausende von Hunden im Dienste der Grenzsicherung verkümmerten. Sie ersparen dem Publikum nichts. Manche Dinge sind so abstrus, dass sie gezeigt werden müssen weil die Vorstellungskraft allein nicht ausreicht. In diesem Detail kristallisiert sich die ganze Monstrosität der Grenze.

Fuchs und Mernitz konzentrieren sich auf die wenigen Personen. Damit gelingt es ihnen, das System von der Entstehung bis zum Ende darzustellen und zugleich verschärfen sie damit die  Aussagen über die Perfektionierung. Wo es keine Menschlichkeit gibt, ist erst recht kein Platz für Tierliebe. Sie zeigen die Pole, die sich diametral gegenüber stehen.

Thomas Kügler, HarzKurier

 

Zielgruppe ab 14 Jahren,Jugendliche, Erwachsene
Spieldauer 45 min
Saalgröße max. 120 Personen, gestaffelte Sitzordnung oder Spielpodest 6×4 m, Höhe ab 30 cm
Aufbau-/Abbauzeit 2 h / 1 h
Saalbedingungen
In der Höhe gestaffelte Sitzreihen oder eine Bühne/Podeste mindestens 
                                                                                                                              B:5m T:2m H:0,4m 
Bühnenfläche Breite: 6m , Tiefe: 4 m
Abstand Bühne – erste Zuschauerreihe  2 m
Raumhöhe 2,5 m
Stromanschluß 1x 16A Schukosteckdose, 230 V
Spielweise Schauspiel, Figurentheater
 
Hier der Link zum Trailerhttps://vimeo.com/241571672
 

Die Hundegrenze (Trailer) from Christian Georg Fuchs on Vimeo.

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